Eine Fundgrube für Trachten- und Musikfreunde
Der Oberfränkische Trachtenmarkt am 8. und 9. Mai 2010
![]() | Zwei Tage lang war der Oberfränkische Trachtenmarkt Anziehungspunkt für Trachten- und Musikfreunde aus Franken und der angrenzenden Oberpfalz. Sie fanden ein reichhaltiges Angebot, sachkundige Beratung, vielfältige Informationen und konnten ein hochwertiges Rahmenprogramm genießen. |
Der Markt, in dessen Mittelpunkt der Landkreis Coburg stand, wurde von seinem Schirmherrn, Bezirkstagspräsidenten Dr. Günther Denzler, eröffnet. Anschließend folgte das Grußwort des Coburger Landrates Michael Busch. Mit einem Informationsstand präsentierte sich der Landkreis Coburg als attrakiver Wirtschaftsstandort und stellte seine kulturellen und touristischen Angebote vor.
Das Coburger Land bereicherte das Programm des Trachtenmarktes durch die Rödentaler Volksmusik und die Feuerwehrkapelle Schorkendorf. Mit der Schilderung der Kirchweihbräuche in Coburger Mundart, musikalisch umrahmt von von Alexander Remde mit seinem Dudelsack, vertrat Anneliese Hübner den Landkreis.
Stoffe, Hüte, Bänder
Wieder gab es ein reichhaltiges Angebot an Stoffen, Borten und Trachtenzubehör. Vertreten waren Stände mit Wolle und Garnen, Stickereien, handgewebten Textilien, Schmuck und Knöpfen. Historische Wäsche und Stoffe, bäuerliche Antiquitäten, Glas und Keramik rundeten das Angebot ab. Besondere Anziehungspunkte bildeten die Stände mit den perlengestrickten Pulswärmern und, wie auch in den vergangenen Jahren, der Stand mit Herren- und Damenhüten. Dort konnte man nach Belieben wählen zwischen traditionellen und modernen Kopfbedeckungen.
Instrumente und Noten
Aus dem Bereich Instrumentenbau waren neben den klassischen Instrumenten wie Geige, Klarinette, Harmonika und Gitarre auch Hackbrett, Maultrommel, Dudelsack und Schalmei vertreten. Ein besonderes Angebot vor allem für Musikschüler und Vereine ist die Instrumenten- und Notenbörse.
Information und Beratung
Doch es geht beim Oberfränkischen Trachtenmarkt nicht nur um den Verkauf, sondern auch um Beratung: Vier Trachtenschneiderinnen boten Modelle an, nahmen Aufträge entgegen und halfen bei der Auswahl der Stoffe. Auch die Musikfreunde fanden an zahlreichen Ständen Gelegenheit zu Fachgesprächen und konnten Noten und Publikationen erwerben.
Ohrenschmaus
Während des Markttreibens spielten sechs Musikgruppen aus den Landkreisen Coburg, Bamberg und Hof traditionelle und moderne Volksmusik.
Gesang und Tanz
Bis nach Mitternacht hielten es die Tänzer aus und machten der „Tanznacht“ mit den „Fränkischen Straßenmusikanten“ und Carolin Pruy als „Tanzmeisterin“ alle Ehre. Schwellenangst ist hier überflüssig: Ob mit oder ohne Tracht, ob als Paar oder allein, tanzerfahren oder Neuling – Das Publikum war bunt gemischt und allen machte es viel Spaß. Und wer den Schottischen oder den Dreher vorher lernen wollte, besuchte um 19 Uhr den „Blitztanzkurs“.
Kinderprogramm
Stolz waren die Kinder auf ihre vielfältig zu spielenden Pfeifchen, die sie am Sonntagnachmittag unter Anleitung von Alexander Remde selbst schnitzen und mit nach Hause nehmen durften.
Landkreis Coburg im Blickpunkt
Als „Region im neuen Gewand“, wie es Landrat Michael Busch in seinem Grußwort ausdrückte, präsentierte sich in diesem Jahr der Landkreis Coburg. Auf der Grundlage historischer Trachten aus dem Gerätemuseum des Coburger Alte Schäferei Ahorn hatte die Trachtenberaterin für Oberfranken, Dr. Birgit Jauernig, zusammen mit der Trachtenschneiderin Monika Bürks die erneuerte Tracht „Modell Coburger Land 2009“ entwickelt. Am Samstagnachmittag stellte die Trachtenberaterin originale und erneuerte Trachten aus dem Coburger Land vor. Ein prachtvolles Bild gab der „Coburger Brautzug“ mit seinen authentischen Trachten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ab. Anschließend präsentierten sich Mitglieder der neu gegründeten „Kerwesgesellschaft“ aus Weißenbrunn vorm Wald. Die jungen Frauen tragen bereits erneuerte Trachten nach dem Schnitt des Modells von 2009.
Dr. Birgit Jauernig erläuterte die Vorgehensweise bei der Entwicklung einer erneuerten Tracht und die besonderen Charakteristika des Coburger Modells. Sie definierte Tracht als eigenständigen Kleidungsstil, der die charakteristischen Elemente der historischen ländlichen Kleidung aufnimmt und mit dem heutigen Erscheinungsbild der Kleidung, moderner Schnitttechnik und Tragekomfort verbindet. Am Beispiel einer Festtagstracht, eines Modells für Umstandsmode und eines Oberteils plädierte sie für einen für einen kreativen Umgang mit der Tracht. In ihren neuen Tracht treten Ingrid Ehrlicher aus Weißenbrunn v.W., Elke Wagner, eine Teilnehmerin der Trachtennähkurse, die Trachtenschneiderin Sandra Müller und die Trachtenberaterin Dr. Birgit Jauernig persönlich auf die Bühne und bewiesen, dass die neue Coburger Tracht auch Spielraum gibt für den persönlichen Geschmack bei der Auswahl der Farben, Muster und Auszier.



